.

Alles, was Sie über die Körperschaftsteuer wissen müssen

Picture of Laura Kücükler

Laura Kücükler

Als duale Studentin mit Fachrichtung Steuerberatung bereitet Laura Kücükler in diesem Blog aktuelle Themen für Sie auf.

Alles Wichtige zur Körperschaftsteuer: Von der Berechnung bis zur Optimierung

Die Körperschaftsteuer ist ein zentrales Thema, insbesondere für alle Kapitalgesellschaften, die in Deutschland tätig sind. Wenn Sie wissen möchten, was genau dahinter steckt und wie sie funktioniert, sind Sie hier genau richtig. Wir erklären Ihnen in einfachen Worten, worum es bei der Körperschaftsteuer geht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer, die auf das Einkommen von juristischen Personen erhoben wird. Juristische Personen sind zum Beispiel Kapitalgesellschaften wie GmbHs, UGs, Aktiengesellschaften (AGs), Genossenschaften oder Vereine. Im Gegensatz zur Einkommensteuer, die auf natürliche Personen (also Einzelpersonen) erhoben wird, betrifft die Körperschaftsteuer vor allem Kapitalgesellschaften.

Wer muss Körperschaftsteuer zahlen?

In Deutschland sind grundsätzlich alle Kapitalgesellschaften verpflichtet, Körperschaftsteuer zu zahlen. Dazu gehören:

  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaften (AG)
  • Genossenschaften
  • Vereine, die wirtschaftlich tätig sind
  • Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts

Personengesellschaften wie die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder die OHG (Offene Handelsgesellschaft) unterliegen grundsätzlich nicht der Körperschaftsteuer, da sie keine juristischen Personen sind. Sie unterliegen stattdessen der Einkommensteuer durch ihre Gesellschafter und/oder ggf. der Gewerbesteuer. Aber es besteht seit einiger Zeit auch die Möglichkeit für Personengesellschaften, zur Körperschaftsteuer zu optieren. Dies kann im Einzelfall Vorteile mit sich bringen.

Frau sitzt an einem Konferenztisch mit einem Laptop
Wie wird die Körperschaftsteuer berechnet?

Die Körperschaftsteuer wird auf das zu versteuernde Einkommen eines Unternehmens erhoben. Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten:

Ermittlung des Einkommens

Zunächst wird das Einkommen des Unternehmens nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes ermittelt. Dazu gehören alle Einnahmen des Unternehmens abzüglich der Betriebsausgaben.

Steuerlicher Gewinn

Vom ermittelten Einkommen werden noch bestimmte steuerfreie Beträge und Abzüge abgezogen, um den steuerlichen Gewinn zu ermitteln.

Steuersatz

Auf den steuerlichen Gewinn wird dann der Körperschaftsteuersatz angewendet. In Deutschland beträgt der Körperschaftsteuersatz derzeit 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer erhoben.

Gewerbesteuer

Neben der Körperschaftsteuer muss die Kapitalgesellschaft in der Regel auch Gewerbesteuer zahlen. Diese wird von den Gemeinden erhoben und variiert je nach Hebesatz der Gemeinde. In bestimmten Ausnahmefällen wird keine Gewerbesteuer erhoben (z.B. im Rahmen der sog. erweiterten Grundstückskürzung bei Grundstücks-verwaltenden GmbHs).

Beispiel zur Berechnung der Körperschaftsteuer

Angenommen, ein Unternehmen hat einen steuerlichen Gewinn von 100.000 Euro erzielt. Die Berechnung der Körperschaftsteuer sieht wie folgt aus:

Insgesamt zahlt das Unternehmen also 15.825 Euro an Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag.

Gibt es Möglichkeiten zur Senkung der Körperschaftsteuer?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Steuerlast eines Unternehmens zu optimieren. Hier einige Ansätze:

Nutzung von Abschreibungen

Investitionen in Anlagevermögen können über Abschreibungen steuerlich geltend gemacht werden.

Verlustvortrag und Verlustrücktrag

Verluste können in zukünftige oder vorherige Jahre übertragen werden, um das zu versteuernde Einkommen zu mindern.

Steuerliche Förderung

Die Inanspruchnahme steuerlicher Förderungen, wie z.B. Forschungs- und Entwicklungsförderungen, kann ebenfalls die Steuerlast senken.

Thesaurierung von Gewinnen

Gewinne, die nicht ausgeschüttet werden, sondern im Unternehmen verbleiben (thesauriert werden), unterliegen oft günstigeren Steuersätzen.

Unterschiede zur Einkommensteuer

Ein wesentlicher Unterschied zur Einkommensteuer besteht darin, dass natürliche Personen auch persönliche Freibeträge und Sonderausgaben geltend machen können, was bei der Körperschaftsteuer für Unternehmen nicht der Fall ist. Zudem wird die Körperschaftsteuer nicht progressiv erhoben, sondern es gilt ein fester Steuersatz von 15 %.

Junge Frau arbeitet im Home Office am Laptop
Fazit

Die Körperschaftsteuer ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Steuersystems für Unternehmen. Sie betrifft grundsätzlich alle juristischen Personen und wird auf deren Einkommen erhoben. Die Berechnung und Optimierung der Steuerlast erfordert ein gewisses Verständnis der steuerlichen Regelungen. Es ist daher ratsam, sich bei Fragen zur Körperschaftsteuer von einem Steuerberater unterstützen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle Möglichkeiten zur Steueroptimierung genutzt werden.

Jetzt haben Sie einen klaren Überblick über die Körperschaftsteuer!
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Beitrag mit Freunden .

Weitere Beiträge von unseren Steuerexpert:innen lesen

Mit Computer und Tablet werden an einem Schreibtisch E-Rechnungen gesichtet.
Steuerpraxis

E-Rechnungen – Die Zukunft der Buchhaltung

Die Digitalisierung hat viele Bereiche unseres Lebens erfasst und verändert. Auch in der Buchhaltung zeichnet sich ein bedeutender Wandel ab: die Einführung der elektronischen Rechnung, auch bekannt als <span class="glossary-tooltip

Weiterlesen